Firmen brauchen weniger Strom

as Sparen poliert nicht nur das Image auf, sondern auch die Bilanzen werden es danken. Zum Energiesparen tragen neben staatlichen Fördermitteln aber auch Mitarbeiter, die dannn abschalten, wenn es erforderlich ist, bei.

Ulrich Schmitz, Produktionleister bei Leber GmbH, wollte etwas ändern und derart hohe Zahlen von der Energiekostenabrechnung ein für allemal verbannen. Früher gab die Leiter GmbH jährich bis zu 4 Milliionen jährlich aus, sowohl für Öl, Abwasser, Strom und so fort. Diese 4 Millionen betrugen immerhin über ein Zehntel des Jahresumsatzes, welchen Leiber mit dem Herstellen von Lebens- und Futtermitteln aus Biohefe erzielt.

Also wollte Leiber sparen, jedoch warf sich die Frage auf, wo das Unternehmen sparen kann. Daraufhin wurde die Abwasseranlage einer gründlichen Untersuchung unterzogen, aufgrund welcher die Unwirtschaftlichkeit des gesamten Reinigungssystems festgestellt wurde. Demzufolge entschloss sich das Unternehmen für eine komplett neue Anlage, welche mit 900.000 Euro zu Buche schlag. Dieses ist zwar viel, jedoch Ulrich Schmitz ist zuversätzlich und sagt, dass dieses schnell wieder erwirtschaftet sei.

“Wenn wir in Energietechnik investieren, erwarten wir, dass sich das nach drei, spätestens aber nach sechs Jahren amortisiert.” Drei Jahre sind hinsichtlich der Abwasseranlage schon ausreichend. Seitdem spart das aus dem niedersächsischen Bramsche stammende Unternehmen jährlich immerhin 300.00 Euro.
Wo könnte begonnen werden?
Ob bei der Raumwärme, beim Licht, der Trocknungstechnik oder der Druckluftanlage – Unternehmen könnten ihre Energiekosten um 20 bis 50 Prozent senken. Zudem gehört dieses Sparen mittlerweile zur Überlebensstratie, nicht zuletzt aufgrund der Krise. Bein einer durch die Deutsche Energie-Agentur (Dena) durchgeführten Umfrage gaben von 500 deutschen Unternehmen immerhin 79 Prozent an, sie seien bereits aktiv geworden, um ihre Energiekosten zu senken. Selbiges ist von weiteren sechs Prozent für die nahe Zukunft geplant.

Bei ihnen warf sich dieselbe Frage auf wie bei Schmitz für sein Unternehmen Leiber: wo anfangen? “Mittelständler haben meist keinen Experten für solche Fragen im Haus. Auf dem Gebiet fehlt einfach die Sachkenntnis”, so der Vorsitzende des Bundesdeutschern Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.), Maximilian Gege.

Unternehmer können sowohl bei Industrie- und Handelskammern als auch bei Handwerkskammern in das Thema zumeist einen kostenlosen und guten Einstieg in das Thema finden. Auch auf das Thema Energieeffizienz spezialisierte Energieagenturen tragen in Beratungsgesprächen zur Aufdeckung von Sparpotenzialen bei. Zudem können beide Anlaufstellen Energieberater an Unternehmen vermitteln.

Diese Experten, zumeist Umwelttechniker, Architekten oder Ingenieure, nehmen den Betrieb genau unter die Lupe und stellen vordergründig die Fragen: “Welche Geräte verbrauchen wie viel Energie? Wo liegt die Verschwendung am höchsten?” Die Antworten auf diese Fragen hängt oft mit der Branche des berateten Betriebes zusammen.

In Berlin beispielsweise schlagen Heizungen im Dienstleistungssektor fast mit der Hälfte des gesamten Verbrauchs in einem Betrieb zu Buche. Weiteres Thema sind moderne Gebäudehüllen, Reflektoren und Sparlampen Laut. Annegret Agricola von der Dena können Betriebe der produzierenden Branchen insbesondere bei Geräten sparen, beispielsweise bei Ventilatoren, Kompressoren, Elektromotoren und Pumpen.

Laut Agricola sollten spätestens nach zehn Jahren diese Geräte daraufhin überprüft werden, ob sie dem Stand der jeweiligen Technik noch entsprechen. Zudem sollte man, wenn ein Gerät ohnehin neu angeschafft werden muss, dieses keinesfalls eins zu eins erstzen.

 
Quelle: http://www.ftd.de/karriere_management/management/:Enable-Firmen-unter-weniger-Strom/520496.html

Dieser Artikel wurde von Energieblog.de am 13. Juni 2009 geschrieben und unter blog, Energie, Energie und Umwelt, Energiekosten, Technik, Umfragen, Umwelt abgelegt.

Ein Kommentar

  1. cypher (13.06.2009, 8:28 pm)

    Moin
    also der Artikel ist ja mal mit ner sehr heißen Nadel gestrickt.
    Wirf da doch nochmal nen Blick drüber.

    Firmen haben gegenüber Privatleuten den Vorteil das Investitionen besser bezuschusst werden, sei es auch nur der Steuervorteil der mit entsprechendem Geschick eben recht groß sein kann.

    Privat hat man eben einzig den Vorteil das die Laufenden Kosten gesekt werden können. Und diese Senkung muss innerhalb der Lebensdauer eben die Komplette Investition rausholen wenn nicht ohnehin Ersatz gebraucht wurde. Dann muss man nur die Mehrkosten der sparsamen Variante rausholen, was eben leichter fällt. Daher ist das ein sehr schleichender Prozeß bei langlebigen Gerätschaften.

    Beim Thema Klimatisierung sind meines Wissens aber die Gebäude in Händen juristischer Personen die größten Sünder. Fehlende Dämmung (teilweise sehr erheblich), ineffektive Steuerungen (wenn überhaupt mehr als eine Nachtschaltung eingesetzt wird), kaum innovative Konzepte wie solare Wärme/Kälte oder Wärmerückgewinnung. Da bietet sich noch einiges an Potenzial. Besonders in Amtsstuben trifft man noch auf einfachverglasungen direkt über dem Radiator im ungedämmten Treppenhaus. Da kann man auch gleich nen Brenner auf dem Parkplatz postieren. “Schadet zwar der Umwelt aber zahlt ja der Steuerzahler”

    Besonders im Behördenbereich würd ich da gern mal nen Fass aufmachen… aber der Schimmel lahmt ja nicht erst seit gestern…