Was sind intelligente Stromnetze?

Eingehend auf den Artikel über Cisco bezüglich intelligenter Stromnetze muss ich eingestehen, dass ich nicht wirklich wusste, was eigentlich mit “intelligenten Stromnetzen” gemeint ist, und ausgehend davon, dass es unter Umständen auch anderen so gehen könnte, versuche ich nachfolgend, diesen Begriff, passend zu dem vorliegenden Artikel, zu erläutern:

Der Begriff “intelligentes Stromnetz” stammt aus dem Englischen “Smart Grid” und beschreibt Stromnetze, welche durch die neben dem konventionellen Stromtransport auch bidirektionale Datenkommunikation ermöglichen und hierdurch den Anforderungen für einen hochkomplexen Netzbetrieb vollstens gerecht werden. “Bidirektionale Datenkommunikation” bedeutet wiederum, dass die Übertragung in beide Richtungen von Punkt zu Punkt stattfindet. Ursprünglich stammt der Begriff aus der Funkübertragung, bei welcher der Austausch von Signalen in beiden Richtungen erfolgen kann. Mittlerweile findet der Begriff hauptsächlich in bezug auf die Datenübertragung Anwendung.

Die Hintergründe “intelligenter Stromnetze”
Zu früheren Zeiten dominierten zumeist regionale Stromnetze mit zentraler Stromerzeugung, wohingegen moderne Stromnetze mehr und mehr länderübergreifend vernetzt werden. Der nunmehr vorherrschende Trend in Richtung dezentrale Stromerzeugung durch unzählige Kleinkraftwerke – überwiegend durch regenerative Energien – führt jedoch zu einer bedeutend komplexeren Struktur der heutigen Netze. Der Begriff “Smart Grid” beschreibt hierbei die ganzheitliche Organisation moderner Stromnetze zur Steuerung, Verteilung von Lasten, Erzeugung elektrischer Energie sowie Speicherung.

So ist ein wesentlicher Bestandteil dieser intelligenten Netze beispielsweise, dass die Energieversorger den Stromverbrauch ihrer Endkunden automatisch ermitteln und erfassen können und das traditionelle, kosten- und zeitaufwändige Ablesen der Stromzähler hierdurch entfällt. Die ersten Pilotprojekte laufen derzeit zum Beispiel in Österreich in Zusammenarbeit mit Energie AG Österreich und Siemens. In Deutschland sind derzeit im Rahmen eines Pilotprojektes (“E-DeMa”)  in Krefeld ca. 500 digitale Stromzähler in Privathaushalten installiert, welche eine Auslesung und Verarbeitung des aktuellen Stromverbrauchs ermöglichen.

Vorreiter für das Smart Grid ist Italien, welches flächendeckend als erstes europäisches Land ein automatisches Ablesesystem für Stromzähler installiert hat. Hintergrund dieser Maßnahme war das Ziel der Verhinderung zu großer Verluste durch illegalen Stromklau, welchem Einhalt geboten werden konnte durch die modernen Netze. Also sind “intelligente Stromnetze” auch bei dieser Problematik von Vorteil.

Dieser Artikel wurde von Energieblog.de am 22. Mai 2009 geschrieben und unter blog, Energie, Energiekosten, News, Presse, Technik, Tipps abgelegt.

Ein Kommentar

  1. Erhard (22.05.2009, 10:24 am)

    Das greift mir alles zu kurz. Die “intelligenten Netze/Zähler)” müssen auch auf der Verbraucher Seite Vorteile generieren nicht nur den Netzbesitzern.

    Ich habe mal beschrieben wie so was aussehen müsste.
    http://ralos.de/blog/2008/12/intelligente-zahler.html