Internetrecherchen lösen Streit aus um Energieverbrauch

In den USA ist unter Experten der Streit entflammt um die Frage den Energieverbrauchs bei der Nutzung des Internets und welche Umweltbelastung hierdurch entsteht.

Alex Wissner-Gross, Physiker an der Harvard Universität in Boston, errechnete kürzlich,  jede Suche über das Web verbrauche die gleiche Energie, welche erforderlich wäre, um einen halben Wasserkessel zu erhitzen. Wissner-Groß kam zu dem Ergebnis von einem Kohlendioxidausstoß von sieben Gramm pro Suche.

Widerspruch erntete er hinsichtlich dessen von dem Betreiber der geläufigsten und am meisten genutzten Suchmachine, Google, welches als Reaktion darauf umgehend einen Blog einrichtete. Hiernach werden durch eine Suche über Google lediglich 0,2 Gramm CO2 freigesetzt. Begründet wurde dieses Ergebnis damit, dass Gootle schnell sei und ein Suchergebnis in weniger als 0,2 Sekunden liefere. Beziehe man die für jeden Vorgang erforderliche Vorarbeit mit ein, dann ergäbe dieses einen Energieverbrauch von 0,0003 kWh beziehungsweise ein KJ pro Suche.

Google entgegenete den Ergebnissen von Alex Wissner-Gross mit dem Argument, dass konventionelle Suche nach Informationen zumeist mit einer Fahrt zu einer Bibliothek verbunden seien und somit dem gegenüber die Nutzung des Internetz äußerst energiesparend sei. Zudem gehe die EU davn aus, dass ein Auto Treibhausgase von 140 Gramm je gefahrenem Kilometer ausstoße. Google erläuterte, dass dieses das Tausendfache des Wertes sei, mit welchem eine Suche über Google die Umwelt belaste.

Quelle: sueddeutsche.de

 

 
Ich bin auf diesem Gebiet nun nicht fachkundig, aber ich könnte mir selbst vorstellen, dass die Zahlen von Google und EU hierbei korrekter sind, denn beim Lesen des Artikels kam mir gleich der Gedanke: “Wenn ich aber nun althergebrachte Methoden anwende, sprich Auto, Bus oder somit größer sein.”  Zudem telefonieren viele über das Internet, benutzen also keine Telefonanlage, welche ebenfalls Strom benötigt. Ich selbst bin fast ständig online, und dieses nahezu ausschließlich berufsbedingt, da ich meine Arbeiten von zu Hause aus tätige. Dafür nutze ich jedoch kein Fahrmittel, um zu einer Arbeitsstätte zu gelangen. Ich bin mir nun selbst nicht sicher, ob ich damit die Umwelt be- oder entlaste oder ob es gar auf dasselbe herauskommt. Zusätzlich zu sparen versuche ich, indem ich überwiegend über das Internet Radio höre, das hat zwei Gründe: ich lebe allein in einem relativ großen Haus, und nicht jeder kann diese gruftähnliche Stille auf Dauer ertragen. Also läuft das Radio, damit ich irgend etwas höre. Hierfür schalte ich aber dann den Fernseher aus, also bleibt ein Gerät ungenutz (selbstverständlich nicht im standby, sondern richtig von der Steckdose getrennt). Spare ich dann hiermit tatsächlich Energie oder bilde ich  mir dieses nur ein?

Ich stelle nun gerade einige Überlegungen an. Immer mehr Menschen nutzen das Internet, sowohl privat als auch beruflich/geschäftlich. Sehr viel Schriftverkehr wird fast ausschließlich über Internet geführt, Käufe online abgewickelt. Hierdurch, abgesehen von der Zeit, die man definitiv spart, entfällt einerseits das früher erforderliche Papier, die Nutzung des Druckers (Strom/Energie) einschließlich Tinte oder Toner sowie die Beförderung der Briefe. Wenn ich Waren über das Internet beziehe, entfällt meine Fahrt zu den entsprechenden Geschäften. Andererseits jedoch muss die Ware zum Empfänger gebracht werden. Also was ist nun die bessere Methode? Oder kommt das letztendlich auf das gleiche heraus? Liege ich falsch in der Annahme, dass, um auf den eigentlichen Streitpunkt zurückzukommen, allein durch die Nutzung der Informationsquellen über Internet, nicht doch die Umwelt entlastet wird, da weniger Printmedien erforderlich sind?

Mich würde interessieren, wie andere, die Leser dieses Blogs, das sehen, oder ob jemand zufälligerweise irgendwelche Berechnungen/Vergleiche diesbezüglich vorliegen hat. Irgendwie bin ich nun verunsichert, denn ich bemühe mich, wo irgend möglich, Energie zu sparen und die Umwelt zu entlasten, benötige aber nun einmal das Internet, anderenfalls wäre es mir unmöglich, meiner Arbeit nachzukommen und mit Sicherheit stelle ich diesbezüglich keine Ausnahme dar. Was mir hierbei ad hoc einfällt ist, sind allein erziehende Mütter, die eine Heimarbeit am PC, mit oder ohne Internet, ausführen, gleichzeitig ihre Kinder zu Hause betreuen können und hiermit doch ebenfalls – so nun meine Gedanken – die Umwelt entlasten, da die Fahrt zum Kindergarten entfällt.

Nähere Informationen und/oder Ratschläge wären hierbei auf jeden Fall hilfreich.

Dieser Artikel wurde von Energieblog.de am 14. Januar 2009 geschrieben und unter blog, Energie, Energie und Umwelt, Energiekosten, News, Presse abgelegt.

3 Kommentare

  1. Badexp (15.01.2009, 9:53 am)

    Nach meiner Meinung nach ist schon eine Entlastung er Umwelt durch das Internet möglich, wenn man dort richtig mitumgeht.Es ist richtig das viele Menschen über Internet etwas bestellen oder nachlesen… dies gleicht sich in etwa wieder aus mit dem Besuch zur Bibliothek.Dennoch sollte man sparen wo es nur geht und da fällt mir ein… gerade bei dem was man nuzt sollte man sparen.Was ich damit sagen will ist, wenn jemand per Internet sich seine Waren bestellt und damit arbeitet dann sollte der PC so umweltfreundlich wie möglich sein(d.h. keinen Stromfressenden Prozessor) etc. etc. So sollte es genauso bei den leuten sein die mit dem PKW fahren… lieber einen Umweltfreundlichen PKW kaufen als einen mit mehr PS….

  2. JanRasmus (16.01.2009, 3:14 pm)

    Umweltfreundliches www ist so einfach: Server mit Ökostrom betreiben, dennoch anfallende Restemissionen nach dem Kyoto-Protokoll kompensieren. Vor allem ersteres kostet nicht viel und schon ist das Problem gelöst.

  3. Kaha (30.01.2009, 5:48 pm)

    Zufällig stolpere ich über diesen Eintrag. An der Diskussion nicht ganz unschuldig war Rolf, der hier http://blogs.sun.com/rolfk/entry/the_story_of_the_seven
    einiges richtig stellt. Grundsätzlich bemühen sich viele Serverhersteller, den Stromverbrauch deutlich zu senken. Denn in der Langzeitrechnung kostet der Strom für einen Server mehr als der Server selbst. In den Rechenzentren von Google arbeiten Hunderttausende von Servern… Also: es ist gut, dass in diesem Bereich die Entscheider wg. der Kosten zum Stromsparen gezwungen werden. Andererseits bietet Info.technolgie auch die Chance zum aktiven CO-2-vermeiden. Etwa durch flexible Arbeitskonzepte mit Heimbüros und daher weniger Pendeln oder mehr Videokonferenzen statt unnützer und zudem anstrengender Geschäftsflüge. Mehr davon gibts zu hören auf der CeBIT 09 im Rahmen der EcoIT-Allianz, begonnen von der Deutschen Umwelthilfe.