KfW-Bankengruppe fördert Anbieter erneuerbarer Energien

Nun endlich können Anbieter erneuerbarer Energien mit einem höheren Kreditvergabevolumen durch die staatliche Bankengruppe KfW rechnen. Spät, aber nicht zu spät. Die Umwelt verdient, geschützt zu werden, und wer sich für Umweltschutz einsetzt, welcher zum Großteil da greift, wo umweltfreundliche Energiequellen genutzt und eingesetzt werden, verdient, gefördert zu werden.

Laut Umweltminister Sigmar Gabriel werde sowohl für mittlere als auch kleine Projekte, welche sich die Nutzung regenerativer Energien auf die Fahne geschrieben haben, die Kreditobergrenze von derzeit zehn auf fünfzig Millionen Euro angehoben. Zudem erfolge eine Verlängerung der Kreditlaufzeiten. Diese betragen derzeit acht Jahre und werden auf fünfzehn Jahre verlängert. Mit diesen Maßnahmen will man Privatbanken entgegnen, welche diesen boomenden Wirtschaftszweig bislang mit ihrer restriktiven Kreditvergabe blockiert habe.

Bei der Branche stieß diese positive Ankündigung auf positive Resonanz. Sowohl der Bundesverband Windenergie als auch der Bundesverband Erneuerbare Energien bestätigten, dass Banken sich aus Projekten zurückziehen und zudem die Kreditlaufzeiten und Zinsbindung verkürzen sowie höhere Eigenkapitalforderungen stellten. Dieses widerspricht natürlich einem nachweislichen enormen Wachstumspotential auf diesem Markt und ist um so unverständlicher. Laut Sigmar Gabriel ist bis zum Jahr 2020 allein in Deutschland mit einem Investitionsvolumen in erneuerbare Energien von schätzungsweise jährlich rund zwölf Milliarden Euro zu rechnen. Ein durch kurzfristige Finanzprobleme entstehender Schaden müsse abgewendet werden, um diese Branche weiter wachsen zu lassen.

Gabriel sicherte außerdem zu, dass sich eine aus Vertretern des Umweltministeriums sowie von Banken zusammengesetzter Arbeitsgruppe der Finanzierung von Windenergieanlagen vor den Küsten widmen werde. Bis zum Jahr 2020 haben nach Angaben des SPD-Politikers die so genannten Offshore-Anlagen an der geplanten Verdoppelung der Stromgewinnung aus Erneuerbaren Energien den größten Anteil. Gabriel sagte zudem seinen Einsatz zu, um die Anbindung der sich  in Planung befindenden Windenergieparks an die Stromnetze zu erleichtern, da hierbei eine Problematik hinsichtlich der Bereitschaft zu Kreditvergaben bestehe.

Gabriel will auch zu einer Beschleunigung für die Nutzung von Windparks in Küstennähe beitragen, welche derzeit noch Schwierigkeiten aufweist durch die zögerliche und schwierige Genehmigungspraxis des Bundesamtes für Seeschiffahrt und Hydrographie. Derzeit sind die Nutzungsrechte der Gebiete  auf 25 Jahre begrenzt. Diese sollen zukünftig verlängert werden.

Laut Gabriel wollen Vertreter der Banken zu einer Verbesserung der Finanzierungsbedingungen für Offshore-Anlagen beitragen. So liege seitens der Deutschen Bank die Zusage vor, die Bedingungen für Kredite nicht schwieriger zu gestalten als vor Beginn der momentanen Krise.

Eine zusätzliche Arbeitsgruppe soll sich die Finanzierung von Investitionen in Auslandsgeschäfte zur Aufgabe machen, da hier, laut Gabriel, die größten Wachstumsmöglichkeiten lägen. Dieses äußerte Gabriel mit Verweis auf die USA, deren künftiger Präsident Obama ein Investitionsvolumen von rund 150 Milliarden Dollar in den Bereich Erneuerbare Energien angekündigt hat.

Es sind tolle Aussichten für die Umwelt, die nun lange und ausgiebig genug ausgebeutet und geschunden wurde. Nun ist es an den Verantwortlichen, alle nur denkbaren Möglichkeiten auszuschöpfen, um “Mutter Natur” (sinnbildlich) als Mutter zu betrachten und alles zu tun für ihre Genesung, wozu es noch nicht zu spät ist. Ein Denkanreiz: wer würde schon seine eigene Mutter nach Strich und Faden schädigen und ausbeuten, bis zum letzten Funken Kraft? Kaum einer. Normalerweise.

Die in Aussicht gestellten Maßnahmen, Pläne, Investitionen und Förderung von umweltfreundlichen Energiequellen lesen sich sehr gut und es bleibt zu hoffen, dass dies alles tatsächlich und schnellstmöglich umgesetzt und eine Branche, welche zum Umweltschutz beiträgt und zudem auch noch boomt, die Hilfen und Förderung erhält, die sie verdient. 

Das bisherige Blockieren dieser Branche und die erschwerten Bedingungen auch hinsichtlich der Finanzierungen sind m.E. ein Paradoxum. Ein Markt, welcher zum Umweltschutz beiträgt und zudem ein enormes, nicht von der Hand zu weisendes Wachstum verzeichnet, wird am weiteren Ausbau gehindert, vieles andere hingegen, was die Umwelt weiterhin schädigt und stückweise zerstört, wird bereitwillig gefördert.

Hoffentlich sehen sich alle Verantwortlichen und diejenigen, welche solch positive Zusagen machen, in der Pflicht, dies alles auch so umzusetzen. Wir stehen kurz vom Jahreswechsel. Wäre es nicht ein guter Vorsatz für’s neue Jahr, all die Versprechungen und Pläne auch zu realisieren?

Dieser Artikel wurde von Energieblog.de am 19. Dezember 2008 geschrieben und unter blog, Energie, Energie und Umwelt, Energiekosten, News, Politik abgelegt. Ihm wurden folgende Schlagworte zugewiesen: , , .

3 Kommentare

  1. Zukunftsreporter (02.01.2009, 6:21 pm)

    Für die Umwelt – und letztendlich um den Fortbestand der Menschheit – wird um jeden Cent gefeilscht. Für das “Weiterleben” der Zockerbuden (im Sprachgebrauch auch Banken genannt) werden innerhalb wenigster Wochen Billionen lockergemacht.
    Schön übrigens der Werbebanner der E.ON-Tochter unter diesem Umweltbericht. Passt wie die Faus auf´s Auge!

  2. Ulrike G. Reich (06.01.2009, 1:08 am)

    Hallo Zukunftsreporter,

    vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich vertrete Ihre Ansicht ohne Abstriche. Zerstören kann man im Blitztempo, und das ist den Verantwortlichen wirklich gelungen. Was der Umwelt und, wie Sie treffend ausdrücken, dem Fortbestand der Menschheit, dienlich wäre, ist hier und da zu teuer. Anderweitig werden Gelder sinnlos verschleudert. Der Ausdruck “Zockerbuden” trifft hierbei meinen Geschmack 🙂

    Es gibt so viele Möglichkeiten, und ich kann auch selbst nicht verstehen, warum diese blockiert werden. Jedenfalls stellt sich dieses für mich so dar.

    Die Hoffnung stirbt zuletzt, so kann man nur hoffen, dass diejenigen, die könnten, wenn sie denn wollten, zum Nutzen der Umwelt und der Menschheit handeln und nicht nur für’s eigene Ego “schuften”.

  3. joe (27.03.2009, 2:45 am)

    Wenn gefördert wird ist es gut für alle.