Klimamarkt von Tengelmann

Die Lebensmittelkette Tengelmann hat in Mülheim an der Ruhr einen Supermarkt renoviert und zum Klimamarkt umgebaut. Dabei will Tengelmann mit Sonnenenergie, Erdwärme und LED-Technik Energie einsparen.

75% der Wärme werde durch die Abwärme der Kühltechnik gewonnen, die restlichen 25% liefere eine Geothermieanlage. Laut einem Bericht im Handelsblatt werden die Kühlregale mit Glastüren versehen, sowie Tageslicht für die Beleuchtung genutzt. Laut Tengelemann-Chef Karls-Erivan Haub will Tengelmann mit dem “Klimamarkt” neue Maßstäbe setzen. Neben dem positiven Effekt für die Umwelt lassen sich mit dem Modell natürlich auch erhebliche Kosten einsparen. Tengelmann sieht den “Klimamarkt” als Pilotprojekt und wird je nach Resonanz weitere Märkte auf das Konzept umstellen.

Ich habe da gewisse Zweifel – ich erinnere mich an eine Aktion von Lidl, bei der eben diese Glastüren an Kühlregalen getestet wurde, jedoch wegen enormen Umsatzeinbrüchen im Kühlbereich wieder entfernt wurden.

Dieser Artikel wurde von Energieblog.de am 03. Dezember 2008 geschrieben und unter blog, Energie, Energie und Umwelt, News abgelegt. Ihm wurden folgende Schlagworte zugewiesen: , , .

6 Kommentare

  1. Maximilian Tritschler (03.12.2008, 10:13 pm)

    Ich stimme Ihnen bei und halte das für eine geschickte Werbetaktik, die genau in die Kerbe regenerative Energien haut – was ja auch in aller Munde ist. Mich würde da mehr der Warenschwund und die damit verbundenen Energiekosten der Herstellung interessieren.

  2. Energieblog-SST (03.12.2008, 11:10 pm)

    Hallo Herr Tritschler,

    was meinen Sie mit Warenschwund in diesem Zusammenhang?
    Den Umsatzeinbruce?

  3. Maximilian Tritschler (04.12.2008, 9:24 pm)

    Entlang der Wertschöpfungskette wird zu viel produziert. Produktion (und auch Logistik) bedarf eine Menge an Energie, die meist aus fossilen Brennstoffen kommt. Energiekosten senken bedeutet für den Handel aus meiner Sicht mehr Konzentration auf regionale und saisonale Produkte und die Vermeidung von zu hoher Überproduktion – weil alles, was zu viel produziert wird, wandert in den Müll.

    Viele Grüße, MT

  4. Energieblog-SST (05.12.2008, 3:59 pm)

    Aus Logistiksicht stellt sich da immer die Frage, ob man das ganze nicht mehr nachfrageorientiert aufstellen kann. Oder ob gewisse Dinge einfach nötig sind, oder schlicht weg überflüssig. Man gewöhnt sich eben viel zu schnell an die Vielfalt in den Supermärkten und da dieses Segment doch sehr umkämpft ist, kann sich keiner der Großen leisten die Sortimentbreite zugunsten eines “Carbon footprint” zu verschmälern, da sofort der Umsatz webgricht. Unter Strich zählt eben Profit und nicht das gute Gewissen… leider oft…

    Hier in Großbritannien hat der Supermarktgigant Tesco nun sog. “localchoice” Produkte, die aus der Region sind und somit weniger transportintensiv. Durch einen geringfügig höheren Preis werden somit lokale Bauern unterstützt. Meiner Meinung der richtige Ansatz.

  5. Hollweck (29.12.2008, 7:34 am)

    Ich habe selbst zwei offene Kühlregale laufen und möchte diese schon länger mit Türen bzw. Schiebetüren verschließen. Aber wer bietet dies an.
    Wo kann man Türen kaufen die an ein Kühlregal passen?

  6. Jörg (17.02.2009, 4:26 pm)

    http://www.wakuetec.com <<<< hier gibt es Kühlregale mit Schiebetüren, habe selbst gute erfahrung gemacht