Die Energie-Herausforderung

Die westliche Welt braucht zunehmend mehr Energie, davon das Meiste aus Öl, Gas und Kohle, Tendenz steigend. Die Auswirkungen sind dramatisch: nicht nur in Hinblick auf das Klimaproblem, sondern auch wegen der Umweltauswirkungen der Förderung und des Transports von Brennstoffen. Schon jetzt werden Kriege zur Sicherung der Energiereserven gefochten.

Der Energiebedarf der Welt steigt stetig. Und das bei schrumpfenden Öl- und Gasreserven.

Die meisten Energieexperten gehen davon aus, dass schon jetzt die Hälfte der verfügbaren Ölreserven verbraucht sind. Noch nie wurde so viel Öl gefördert wie heute, ebenfalls Tendenz steigend. Der Höhepunkt wird, Experten zufolge, um 2012 erreicht worden sein. Was die Lage noch dramatisiert: der Höhepunkt wird bei etwa 90 bis 95 Millionen Barrel pro Tag liegen, und nicht wie die optimistischeren Schätzungen der US-Regierung bei 115-112 Millionen Barrel. Danach kann Öl nicht mehr in dieser Geschwindigkeit und in solcher Menge gefördert werden.

Tatsache ist, dass die Entleerungsrate existierender Ölfelder immer schneller steigt. Die meisten der großen Ölfelder, die den Löwenanteil des von der Welt genutzten Öls liefern, wurden vor 30 bis 60 Jahren entdeckt, und erreichen nun das Ende ihrer produktiven Zyklen.

Erst vor Kurzem veröffentlichte die internationale Energieagentur IEA einen Bericht, wonach die Entleerungsrate der Felder nicht wie ursprünglich angenommen bei 4 bis 5 % pro Jahr liegt, sondern bei fast 9%. Bei dieser Rate werden die großen Ölfelder der Welt sehr schnell unproduktiv werden. Damit wird die Welt abhängig von kleineren, unproduktiveren Feldern, die zudem auch noch in schwer zu erreichenden oder instabilen Regionen liegen.

Keine Frage, es muss gehandelt werden. Der Ölverbrauch der Industrienationen muss gesenkt werden. Dazu gehört die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, die Entwicklung technischer Innovationen, die Umstellung auf Biotreibstoffe und die Förderung elektrischer Automobile. Auch der Verbrauch an Kohle muss gesenkt werden. Die Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen sollte möglichst schon 2030 25% der gesamten Energiegewinnung ausmachen. Es sind also hohe Investitionen nötig. Die Energieherausforderung ist eine wahrhaft herkulische Aufgabe, der sich die Welt stellen muss. Nur gemeinsam und mit Unterstützung der Schwellen- und Entwicklungsländer, können die Industrienationen diese Herausforderung meistern.

Quellen: Alternet, Tomdispatch.com

Dieser Artikel wurde von Energieblog.de am 28. November 2008 geschrieben und unter Energie abgelegt. Ihm wurden folgende Schlagworte zugewiesen: .

2 Kommentare

  1. Erhard (28.11.2008, 8:49 pm)

    … Energieefiizienz und Energieeinsparung fehlen in deiner Aufzählung.

  2. JanRasmus (02.12.2008, 11:59 am)

    Ich schließe mich Erhard an: Ohne Sparbewusstsein geht nichts. Das heißt nicht, den Lebensstandard zurückzufahren, sondern: intelligenter mit den Ressourcen umzugehen.

    Außerdem geht die EnergyWatchGroup davon aus, dass sich die erneuerbaren Energien deutlich günstiger und schneller ausbauen lassen als allgemein angenommen. Glaubt man der Enquête-Kommission des Deutschen Bundestages, kann unser Land bis 2050 komplett mit selbst hergestelltem Ökostrom versorgt werden – ein ambitioniertes Ziel, dass aber mit durchaus vertretbaren Investments erreicht werden könnte.