Castor – Blockade in Danneberg

Derzeit werden in Danneberg, Niedersachsen, auf dem Verladebahnhof die elf Castor Spezialbehälter mit nicht wiederverwertbaren Resten alter Brennelemente aus Frankreich auf Speziallastwagen umgeladen. Gegen Mittag soll die Umladung abgeschlossen sein, so berichtet heute die Süddeutsche Zeitung in ihrer Online-Ausgabe.

Begleitet wird die Umladung und der Transport der Castor-Behälter von heftigen Protesten und Straßenblockaden durch mehrere Hundert Demonstranten. Sowohl die Nord- wie auch die Südroute sind von verkeilten Traktoren und protestierende Menschen gesperrt.

Sie wollen verhindern, dass die Fahrt auf die letzten 20 Kilometer zum Zwischenlager nach Gorleben weitergeht, und auf das strahlende Problem mit der Entsorgung von radioaktiven Abfällen aufmerksam machen.

Als Reaktion auf die Proteste äußerten sowohl Vertreter der Grünen als auch der SPD Zweifel am Standort Gorleben als Endlager für radioaktiven Müll. “Ich glaube, dass man die Suche neu aufmachen muss, damals ist ja politisch entschieden worden für Gorleben”, sagte die stellvertretende Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Bärbel Höhn, im Bayerischen Rundfunk. Der Umweltstaatssekretär Michael Müller (SPD) äußertesich ähnlich: “Wir wollen ein offenes Verfahren. Es gibt ja beispielsweise auch durch das Verfahren in der Schweiz Kriterien, wie man es anders machen könnte als in Deutschland.”

Der Castor Transport startete am Freitag unter dem Schutz von Tausenden Polizisten in Frankreich. Welche Route der Transport für den letzten Abschnitt nimmt, bleibt bis zuletzt geheim.

Dieser Artikel wurde von Energieblog.de am 10. November 2008 geschrieben und unter Energie und Umwelt abgelegt. Ihm wurden folgende Schlagworte zugewiesen: , .

2 Kommentare

  1. Georg (14.11.2008, 9:19 am)

    Mich würde ja mal interessieren seit wievielen Jahren der Kastor Transport durchgeführt wird…das ist ja jedes Jahr das selbe und ändern tut sich auch nix, leider…

  2. Sebastian Stanger (15.11.2008, 11:02 am)

    Nunja, man muss sich aber auch im Klaren sein, unabhängig davon, ob man Kernenergie befürwortet oder nicht, dass der radioaktive Müll, den Deutschland nunmal produziert hat eben auch wieder nach Deutschland zurück muss.

    Was wäre das für ein Aufschrei, wenn sämtliche EU-Länder plötzlich den Atommüll in Deutschland endlagern wollten….