Privatisierung – Nein Danke!

Eine Umfrage des Forsa Instituts im Namen des Stern ergab, dass eine überwältigende Mehrheit der Deutschen für eine Verstaatlichung der Strom- und Gaskonzerne sind. Selbst CDU und FDP Wähler stimmen eindeutig für eine staatliche Lenkung dieser Schlüsselindustrien.

“Die Bürger haben die Nase voll von den Energiekonzernen, die stets nur ihre eigene Tasche füllen und ihre Verantwortung für Bürger und Gesellschaft noch gar nicht begriffen haben”, meint der Bund der Energieverbraucher dazu”Der Gesetzgeber ist nun aufgerufen, die mißlungene Privatisierung rückgängig zu machen und damit nicht noch Jahre zu warten”. Ob die Berliner Regierung jedoch auf diese Forderung hört, ist mehr als zweifelhaft, nicht nur weil die Cheflobbyistin der Stromwirtschaft direkt aus dem Kanzleramt kommt und der Vattenfall Chef Klimaberater von Angela Merkel ist. Dass Privatisierungen auch gegen den Willen der Bürger durchgesetzt werden, kann man derzeit am Beispiel der Deutschen Bundesbahn sehen.

Der Bund der Energieverbraucher hat eine Liste von Argumenten für eine Verstaatlichung der Netze  zusammengestellt. Dabei geht es vor allem um die Garantie der Versorgungssicherheit, die der Markt grundsätzlich nicht herstellen kann, und um die Tatsache, dass Energieversorgung dem Gemeinwohl dienen und demokratischer Kontrolle unterliegen sollte.

Dieser Artikel wurde von Energieblog.de am 05. November 2008 geschrieben und unter Energiekosten abgelegt. Ihm wurden folgende Schlagworte zugewiesen: , .

3 Kommentare

  1. sparqual (05.11.2008, 11:17 pm)

    naja…zwischen Verstaatlichung und staatlicher Lenkung ist mal noch ein Riesen Unterschied. Die Lenkung durch funktionierende Netzagenturen ist sicher sinnvoll…bei der Verstaatlichung der Netze bin ich mir da nicht mehr so sicher. Das wird wohl eher zu steigenden Preisen führen.

  2. Georg (06.11.2008, 10:38 am)

    Es muss nicht unbedingt eine verstaatlichung der Stromnetze sein um die Preise zu senken, es sollte nur ein maximal Preis vom Staat vorgegeben werden, somit wären viele Unternehmen gezwungen die Preise noch weiter unter die Grenze zu legen damit sie sich von den anderen abheben. Bei der Bahn ist dies schon wieder eine ganz andere sache, da es dort ja eh ein Monopol gibt….

  3. poolbroker (06.11.2008, 8:49 pm)

    natürlich haben die Verbraucher die Nase voll, aber warum organisieren sich die Verbraucher nicht und nutzen die Macht der Nachfrage? Die grossen Energiekonzerne können doch nur unter Druck gesetzt werden, wenn die Verbraucher vereint vorgehen. Kennt jemand schon die Internet-Plattform http://www.ich-will-wechseln.de?