Deutschlands größte Geothermieanlage ans Netz gegangen

Erdwärme ist eine der wichtigsten und umweltfreundlichsten Energiequellen der Zukunft. Sie kommt in Deutschlands bisher größtem Erdwärmekraftwerk in Unterhaching bei München seit vergangenem Dienstag zum Einsatz. Die Stromerzeugung erfolgt in diesem Kraftwerk mit Hilfe der so genannten Kalina-Technik. Warmes Thermalwasser aus einer 3300 Meter tiefen Bohrung ins Erdinnere wird dabei an die Oberfläche befördert und erhitzt dort zunächst ein Wasser-Ammoniak-Gemisch. Dieses Gemisch hat den Vorteil, dass es schon bei sehr geringer Erwärmung verdampft. Dieser Dampf treibt dann wiederum einige riesige Turbinen an, die schließlich in dynamoähnlicher Weise Strom erzeugen.

Die Anlage wird als Prototyp angesehen, nach dessen Vorbild viele weitere in unserem Lande entstehen könnten. Der große Vorteil der Erdwärme liegt klar auf der Hand: sie ist ein so gut wie nie versiegender Rohstoff aus dem Inneren unseres Planeten, ist wetterunabhängig und erzeugt keine umweltschädlichen Abfallprodukte. Der einzige Nachteil ist, dass nicht in allen Gegenden in Deutschland Kraftwerke mit dieser Technologie entstehen können, da dafür bestimmte geologische Voraussetzungen erfüllt sein müssen und es Thermalwasservorkommen geben muss. Diese Gegebenheiten werden in der norddeutschen Tiefebene, im Oberrheingraben und im süddeutschen Molassebecken erfüllt. Hier könnten zukünftig eine Reihe weiterer Kraftwerke auf der Grundlage von Erdwärme entstehen. Im Moment gibt es außer dem Werk in Unterhaching nur noch zwei Weitere. Eines steht in Landau in der Pfalz und ist seit 2007 in Betrieb. Die zweite und damit in Deutschland dienstälteste Anlage produziert seit gut vier Jahren in Neustadt-Glewe in Mecklenburg-Vorpommern ihren Strom.

Die Anlage in Unterhaching soll zukünftig etwa 3,36 Megawatt Strom liefern. Eine Menge, die ausreicht, um etwa 10.000 Haushalte pro Jahr zu beliefern. Vorübergehende Beeinträchtigungen könnte es zukünftig, nach Angaben der Betreiber, nur dann geben, wenn nach einem gewissen Zeitraum nach weiterem heißen Thermalwasser gebohrt werden muss, um eine optimale Kraftwerksversorgung mit der entsprechenden Erdwärme zu gewährleisten. Bei dem Geothermiekraftwerk handelt es sich also wirklich einmal um eine „tolle Technik“, die hoffentlich im Sinne unserer Umwelt noch viele weitere Nachahmer finden wird.

Dieser Artikel wurde von Energieblog.de am 17. Mai 2008 geschrieben und unter Energie, Energie und Umwelt, Umwelt abgelegt. Ihm wurden folgende Schlagworte zugewiesen: , , , , .

Ein Kommentar

  1. öko-olli (21.10.2008, 1:28 pm)

    Ein Schritt in die richtige Richtung. Ich weiß von einem Bekannten, der Erdwärmeheizungen vertreibt, dass diese Art der neuen Energie sich einer wachsenden Nachfrage erfreut. Um so wichtiger ist, dass es weiter an neuen Techniken gebastelt werden.