Initiative 2° – Deutsche Unternehmer für Klimaschutz gegründet

Neun führende Repräsentanten der deutschen Wirtschaft, darunter die Allianz Gruppe, haben sich zur Initiative ‘2° – Deutsche Unternehmer für Klimaschutz’ zusammengeschlossen. Die Unternehmer setzen sich für eine entschlossene Politik zum Schutz des Weltklimas ein, heißt es heute in einer Presseerklärung, in der die Initiative und ihre Ziele vorgestellt werden. Der Name der Initiative beruht auf der Forderung führender Wissenschaftler, die globale Erwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen.
In einem Brief an die Bundeskanzlerin Angela Merkel bieten die Unternehmer der Bundesregierung ihre Unterstützung bei der Abwehr eines gefährlichen Klimawandels an. Sie heben hervor, dass andernfalls nicht nur ökologische und soziale Folgen, sondern auch hohe ökonomische Risiken und Folgekosten drohen.
‘Die deutschen Unternehmen müssen der Bundeskanzlerin den Rücken stärken, damit sie sich bei diesem Thema auch weltweit durchsetzen kann“, sagt Joachim Faber, Vorstandschef der Allianz Global Investors, der die Gruppe in der deutschen CEO-Initiative vertritt.
Herausforderung eröffnet auch wirtschaftliche Chancen
In der Herausforderung, das Weltklima zu schützen, liegen nach Ansicht der Unternehmer große wirtschaftliche Chancen. Klimaschonende Lösungen eröffneten ein ‘enormes Wachstumspotential und globale Exportmärkte’. Gefragt seien Erfindergeist und ingenieurstechnisches Können.
Der Klimawandel kann der Initiative zufolge nur durch weltweites Handeln begrenzt werden, isolierte Maßnahmen seien zum Scheitern verurteilt. Der wichtigste Beitrag der deutschen Klimapolitik bestehe darin, ‘hierzulande die Technologien, Verfahren und Dienstleistungen zu entwickeln, die weltweit zu einer wirksamen Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen eingesetzt werden können’, heißt es in dem Brief. In diesem Sinne solle Deutschland eine ‘aktive Führungsrolle auf dem Weg zu einer emissionsarmen Wirtschaft einnehmen’.
Globaler Emissionshandel gefordert
Als wichtigstes politisches Instrument bewerten die Unternehmer einen globalen Handel mit Emissionsrechten für Treibhausgase. Nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls 2012 brauche es ein System mit wirksamen und angemessenen Reduktionszielen für die Industriestaaten unter Einschluss der USA und Australiens sowie der Schwellenländer China, Indien und Brasilien.
Darüber hinaus fordern die Unternehmer ‘eine kraftvolle Technologiepolitik’ in enger Kooperation von Politik und Wirtschaft. Klimaschützendes Wirtschaften brauche politische Rahmenbedingungen, die langfristig zuverlässig und planbar seien.
Politische Rahmenbedingungen wichtiger als Selbstverpflichtungen
Die eigene Rolle sieht die Initiative vor allem darin, die Bundesregierung aktiv bei der Entwicklung und Implementierung einer effektiven und marktwirtschaftlich orientierten Klimapolitik zu geringstmöglichen Kosten zu unterstützen. Sie betrachtet sich als branchenübergreifend, verbandsunabhängig und als Plattform für Spitzen-Unternehmen, die mutige Schritte unterstützen. Die Fähigkeiten und das Wissen der Unternehmen sollen für den Klimaschutz eingesetzt werden.
Wichtiger als Selbstverpflichtungen seien allerdings die richtigen politischen Rahmenbedingungen, die dann für alle Marktteilnehmer gelten. ‘Für uns als Unternehmen ist es wichtig, dass die Regierung eine klare Klimapolitik vorgibt, damit wir als Unternehmen unsere Investitionsentscheidungen entsprechend anpassen können’, so Faber.
Abschließend heißt es in dem Brief an die Bundeskanzlerin: ‘Wir sehen in einer engen Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaft die Chance, klimarelevante Emissionen zügig und wirkungsvoll zu reduzieren und gleichzeitig große wirtschaftliche Möglichkeiten für den Standort Deutschland durch Spitzentechnologien und innovative Geschäftsmodelle zu schaffen.’
Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen, der Ihnen oben rechts zur Verfügung gestellt wird.

Pressemitteilung Allianz 23.3.2007

Dieser Artikel wurde von Energieblog.de am 24. März 2007 geschrieben und unter Energie, Umwelt abgelegt.

3 Kommentare

  1. Klima-Allianz (25.03.2007, 6:51 pm)

    Welch scheinheilige Initiative! Haben doch gerade die großen Technologieunternehmen immer wieder hochkarätige Energietechnologien aufgekauft und verschwinden lassen, mit denen das Klimaproblem heute wahrscheinlich gar nicht vorhanden wäre. Beispiel: Das 1-Liter-Auto von VW!

  2. Rothemund (06.04.2007, 7:02 am)

    In Regierungskreisen werden offenbar (endlich!) relativ weit reichende, zum Teil wirklich radikale Maßnahmen diskutiert, allerdings noch auf informellem Niveau, aber immerhin:
    – Der Preis für Trinkwasser wird (bei einem täglichen Mindestbedarfskontingent je Person zum Selbstkostenpreis) auf zwei Euro je Liter angehoben.
    – hohe City-Maut
    – Limitierung von Mobilität (Kilometerkonten, Kilometerhandel, Besteuerung des selben)
    – Einführung von “Ohne”-Tagen, z.B. 1 Tag im Monat kein Strom, 1 Tag im Monat kein Wasser, etc.

    Siehe
    http://potsdamprotokoll.blogspot.com/

  3. Initiative „2° - Deutsche Unternehmer für Klimaschutz“ gegründet « Der Klimawandel Blog (07.05.2007, 7:43 pm)

    […] via Energieblog.de […]